Die Märchenerzählerin aus Lübeck erzählt Märchen und märchenhafte Geschichten zum Träumen, Aufwachen und Schmunzeln

Was für ein Schatz! 

Es war einmal ein Bauer und eine Bäuerin. Tag für Tag standen Sie mit dem ersten Hahnenschrei  auf. Die Frau schlurfte in die Küche. Sie stellte den alten Kessel auf die Brennhexe und ließ den Hirsebrei quellen. Mürrisch stampfte ihr Mann hinaus, um die Kuh zu melken: "Das ist deine Aufgabe!"

Sie rief ihm hinterher: "Dann koche doch du den Kaffee und den Hirsebrei!"

Er kam mit einem Krug Milch zurück und goss sie in die leeren Kaffeepötte. Sie goss den dampfenden Kaffee darauf. Der Bauer füllte nun den Hirsebrei in das irdene Geschirr und trug ihn zum Esstisch. Sie kam mit den Kaffeepötten hinterher.  Der Alte setzte sich auf den Stuhl, denn er liebte es, sich anzulehnen. Die Alte setzte sich auf den Hocker, denn sie liebte es, den Rücken frei zu haben.

Nachdem Sie fertig waren, stellte der Mann die Schälchen ineinander, legte die Löffel hinein und brachte alles in die Küche. Die Frau nahm die Kaffeepötte. Nach

dem Frühstück gab er ihr einen Kuss auf die Stirn und ging seiner Arbeit auf dem Feld nach. Sie kümmerte sich um die Tiere und um den Haushalt…

Am Abend ruhten sie von Ihrem Tagwerk aus. Sie sprachen  nicht miteinander. Doch sie schwiegen nicht ohne den anderen.  

 

Am nächsten Morgen standen sie wieder mit dem ersten Hahnenschrei  auf. Die Frau schlurfte in die Küche. Sie stellte den alten Kessel auf das Feuer der Brennhexe und ließ den Hirsebrei quellen. Mürrisch stampfte ihr Mann hinaus, um die Kuh zu melken: 

"Das ist deine Aufgabe!"

Sie rief ihm hinterher: "Dann koche doch du den Kaffee und den Hirsebrei!"

Er kam mit einem Krug Milch zurück und goss sie in die leeren Kaffeepötte. Sie goss den dampfenden Kaffee darauf. Der Bauer füllte nun den Hirsebrei in das irdene Geschirr und trug ihn zum Esstisch. Sie kam mit den Kaffeepötten hinterher.  Der Alte setzte sich auf den Stuhl, denn er liebte es, sich anzulehnen. Die Alte setzte sich auf den Hocker, denn sie liebte es, den Rücken frei zu haben.

Nachdem Sie fertig waren, stellte der Mann die Schälchen ineinander, legte die Löffel hinein und brachte alles in die Küche. Die Frau nahm die Kaffeepötte. Nach dem Frühstück gab er ihr einen Kuss auf die Stirn und ging seiner Arbeit auf dem Feld nach. Sie kümmerte sich um die Tiere und um den Haushalt…

Am Abend ruhten sie von Ihrem Tagwerk aus. Sie sprachen  nicht miteinander. Doch sie schwiegen nicht ohne den anderen.

 

So verging ein Tag wie der andere und das Paar war es zufrieden. Doch eines Tages trug es sich zu, dass der Bauer ganz aufgeregt in der Mittagszeit nach Hause kam. „Else, schau mal, was ich gefunden habe. Komm in die Küche - schnell.“  „Was ist das Hans?“ Der Alte stellte ein Kästchen auf den Tisch. Es war noch ganz voller Erde. Er hatte es beim Pflügen ans Tageslicht gebracht. Vorsichtig öffneten Sie es. Als es offen stand, erblickten sie eine rote aus sich selbst heraus leuchtende Kugel. Von dieser Kugel ging ein Zauber aus. Der Zauber der Veränderung bringt. So als ob die Bäuerin es geahnt hätte, rief sie: „Mach es zu. Schnell. Das birgt nichts Gutes!“ Auch er spürte, was sie spürte: „Wir sollten es im Garten vergraben, dann ist es weg.“ „Ja Hans, das ist eine gute Idee.“ Nun gruben die beiden ein tiefes Loch im Garten. Sie warfen die wunderbare schwarze fruchtbare Erde auf. Versenkten die Schachtel darin, häufelten die Erde darauf, bis das Loch geschlossen war und der Boden wieder eben.

Am nächsten Tag hatte sich etwas verändert - der Zauber hatte schon gewirkt

 

Der Bauer und die Bäuerin standen mit dem ersten Hahnenschrei  auf. Die Frau schlurfte in die Küche. Sie stellte den alten Kessel auf das Feuer der Brennhexe und ließ den Hirsebrei quellen. Mürrisch stampfte ihr Mann hinaus, um die Kuh zu melken: 

"Das ist deine Aufgabe!"

Sie rief ihm hinterher: "Dann koche doch du den Kaffee und den Hirsebrei!"

         

Er kam mit einem Krug Milch zurück und goss sie in die leeren Kaffeepötte. Sie goss den dampfenden Kaffee darauf. Der Bauer füllte nun den Hirsebrei in das irdene Geschirr und trug ihn zum Esstisch. Sie kam mit den Kaffeepötten hinterher. 

Nun kam der große Augenblick, der ihr Leben veränderte:  Denn jetzt setzte sich der Alte auf den Hocker und die Alte setzte sich auf den Stuhl!

 

Wie das mit den Beiden weitergegangen ist, weiß ich nicht so genau. Ich habe aber so eine Ahnung, denn in ihrem Garten wuchs in Windeseile ein Baum heran, genau an der Stelle wo sie das Kästchen vergraben hatten. Er trug wundersame Frucht, wo man nur hinsah, rot, kugelig und aus sich selbst heraus leuchtend.

Copyright by Marietta Jeannette Rohde